Putzplan

 

heute tue ich es, heute wird mich nichts davon abhalten. Ich werde meinen inneren Schweinehund überwinden und endlich einen gründlichen Hausputz machen. Jedenfalls anfangen werde ich schon mal, man muss ja nicht alles auf einmal machen, überhaupt habe ich mal gelesen, man soll sich nicht zu viel vornehmen, das entmutigt nur.

Schluss mit der Rederei, jetzt lege ich los. Eine Frage hätte ich da noch an euch: Wird eure Wohnung auch immer größer beim Putzen? Meine scheint wirklich immer mehr Zimmer während des Aufräumens zu bekommen.

Jetzt gibt es aber keine Ausreden mehr, ich fange an.

Mit Musik geht alles besser, hat mal Isabells Ballettlehrerin gesagt, Recht hat sie, deshalb mach ich mal das Radio an. Mit flotter Musik kann man tatsächlich besser den Wischer schwingen. Schwungvoll lass ich dabei meine Hüfte kreisen, der Wischmopp fegt nur so durch die Wohnung. Bis, ja bis es knack macht, so ein Mist jetzt habe ich es im Rücken und außerdem läuft jetzt auch noch so eine Schnulze. Nichts mehr mit lustig, aus vorbei ist es für heute mit dem flotten Putzen, aber ich gebe nicht auf, schließlich warten noch etliche Dinge auf mich wie zum Beispiel die Fenster.

Langsam und mit Ruhe putze ich jetzt meine Fenster, na geht doch, so der Schmutz ist weg, jetzt noch etwas Fensterklar drauf und schon erstrahlen meine Scheiben in neuem Glanz. Schei… jetzt habe ich doch tatsächlich anstatt das Fensterklar zunehmen die Möbelpolitur erwischt. Das kommt davon, wenn man so vor sich hinträumt. Kein wischen, kein Reiben nützt, die Scheiben bleiben verschleiert, und nun? Eine Idee muss her, schließlich will man sich nicht blamieren wenn Besuch kommt. Also bastele ich schnell mal ein paar Papiervögel. So, die auf die Scheiben geklebt und schon habe ich eine außergewöhnliche Deko: „Vögel im Nebel“!

Ach hätte ich doch eine Putzfrau, mein Traum. Obwohl, erst mal müsste ich hier wohl erst klar Schiff machen, so eine Unordnung kann ich der armen Frau gar nicht zumuten. Außer, sie wäre eine dieser Fernsehdamen, kennt ihr noch, diese Sendung in den zwei Putz Feen, die in besonders schlimmen Wohnungen gerufen wurden? Man habe ich die gerne geschaut, danach hatte ich immer ein gutes Gefühl, denn so schlimm wie da sah meine Wohnung nie aus und was die für tolle Tipps gegeben haben. Leider gibt es diese Sendung nicht mehr.

Egal, ich muss weiter machen, hilft ja alles nichts. Aber manchmal wünsche ich mir schon, ich wäre ein Mann, die räumen die Spülmaschine ein oder aus und schon ist der Haushalt in ihren Augen fertig. Wischen, wozu, morgen ist es ja so wieso wieder alles dreckig. Ach was hat man früher darum gekämpft, dass der Mann wenigstens mal den Staubsauger schwingt, aber früher hat man ja auch noch Liebesromane gelesen. Heute liest man lieber, Thriller in dem viel Blut fließt am besten von Ehemännern oder Schwiegermüttern.

Alles ändert sich, nur der blöde Haushalt bleibt gleich und den werde ich auf jeden Fall jetzt in Angriff nehmen. Nur noch mal, ganz kurz ins Internet gehen, schließlich könnte die Welt untergehen und ich putze hier ganz umsonst, nicht mit mir. Wenn ich einmal den Computer hochgefahren habe, schaue ich auch gleich mal was bei Facebook los ist, man weiß ja nie. Eigentlich könnten wir dort auch einen Treffpunkt einrichten, wo sich alle Hausfrauen die gerade eigentlich am Putzen sind, treffen. Gute Idee, oder?

Eure

Bille

 

Werbung

Es weihnachtet sehr… ich zerbreche mir schon eine ganze Weile meinen Kopf, um für jeden ein passendes Geschenk zu finden. Das ist gar nicht so einfach. Deshalb schaue ich mir im Moment sehr oft Werbung im Fernsehen an, um mir Anregungen zu holen.

Obwohl mir das im letzten Jahr auch nicht gerade geholfen hat. Kennt ihr die Werbung in dem die Menschen zu irgendeinem Typen gehen und sagen sie möchten gerne ein Geschenk, dass genau dieses Lächeln auslöst?

Ich habe es probiert und für meinen Sohn etwas ausgesucht. Ich hatte eine ganz genaue Vorstellung von seinem Lächeln. Es sollte so ein richtiges fettes sein, von einem Ohr zum anderen. Eines, bei dem man seine Grübchen sieht und dazu sollte er noch hauchen: „Mama du bist die Beste!“

Leider, leider war weit und breit nichts von einem Lächeln zu sehen. Seine Lippen haben noch nicht mal gezuckt. Na ja, vielleicht lag es auch ein kleines bisschen an dem, was ich ihm ausgesucht hatte. Vielleicht hätte ich nicht gerade das Angebot nehmen sollen, welches die Kunden irgendwo nur mit einem Kompass ausgestattet aussetzt und sie dann nach einem Schatz suchen lässt. Vielleicht hätte ich auch nicht gerade das entfernteste Bundesland als Ort wählen sollen. Wundert es jemanden, dass er sich dieses Jahr nur Geld wünscht und auf keinen Fall überrascht werden will?

Für mich aber kein Problem. Ich habe schließlich noch andere Familienmitglieder, die ich beglücken kann und es gibt auch Gott sei Dank noch mehr Werbung.

Zum Beispiel die mit den tollen Männerdüften. Ich meine den Werbespot, wo die Frauen gleich reihenweise umkippen, das ist doch toll, oder? Ha, ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ich so was meinem Mann kaufe. Nee auf keinen Fall. Das geht gar nicht, weil ich was am Knie habe. Ich kann aus dem Grund nicht über die Frauen herüberklettern die alle ohnmächtig geworden sind…. so hoch bekomme ich doch meine Beine nicht mehr. Und was soll er mit den umgefallenen Weibern anfangen? Hochheben? Dann hat er es im Kreuz. Aber liegen lassen kann man sie ja auch nicht. Also wirklich sehr unpraktisch ist dieses Zeug. Man sollte lieber etwas erfinden, dass die Damen nicht umwirft, wenn die Männer die Schuhe ausziehen. Das wäre mal was Praktisches.

Mit den Düften haben sie es sowieso in der Werbung. Zum Beispiel dieser neue Weichspüler. 8 Wochen soll der Duft anhalten, was soll denn der Quatsch? Wer will denn schon 8 Wochen sein Bett nicht überziehen? So lange darfst du deine Wäsche nämlich nicht waschen, sonst bringt der acht Wochen anhaltende Duft doch nichts. Also manchmal denke ich, die Werbungen sind nur von Männern gemacht die meinen wir Frauen wären doof.

Oder warum wird Werbung für eine Tagescreme gemacht, die uns „entfalten“ soll und im nächsten Augenblick kommt der Spot mit der passenden Nachtcreme. Damit wir gar nicht erst mit Falten aufstehen und natürlich sollen wir beides benutzen. Für mich irgendwie unlogisch.

Genauso, ist das quatsch mit der Wimperntusche, das könnt ihr mir glauben. Ich hatte sie wirklich alle, ob sie Wimpern verlängern oder verdichten, geholfen hat mir keine. Im Gegenteil. Ich hatte alles andere als diesen sexy Augenaufschlag. Was ich hatte, waren rote Augen und schwarze Rinnsale bis zu meinem Kinn und nur weil ich nach mehrmaligem Auftragen die Augen zugeklebt hatte und ich mir beim Versuch sie wieder auf zu bekommen ins Auge gestochen hatte. Danach tränten meine Augen ohne Ende. Deshalb kann ich euch sagen wasserfest, wie auf der Packung beschrieben, wurde die Tusche erst als ich versuchte das verlaufene Missgeschick zu beseitigen.

Aber es gibt ja auch Werbung, die ganz lustig ist. Wie diese Waschpulver Werbung, in der die Mutter den verwaschenen BH hinter dem Pärchen herträgt. So was würde ich natürlich niemals tun, nein auf keinen Fall.

Was ich interessant finde, ist dieses Fitnessarmband, was einem sagt, dass man lieber Obst essen soll anstatt Süßkram. Oder zählt, wie viel Sport man treibt und bestimmt, wann man ins Bett gehen soll. Moment, an irgendetwas erinnert mich das… ist das nicht das Gleiche, was wir und vor uns unsere Mütter immer den Kindern gepredigt haben? Haben nicht schon Generationen von Müttern versucht uns bei zu bringen, dass gesunde Ernährung und genug Schlaf für uns wichtig sind? Also wofür brauche ich dann so ein Ding? Einfach nur auf meine Mama hören, das reicht schon.

Ach, ich könnte noch stundenlang so weiter machen aber ich wollte mir unbedingt noch mal die Werbung mit dem Frauenduft anschauen, in dem die Männer hinter der Frau herlaufen.  Also den glaube ich, werde ich mal ausprobieren. Kann ja auf keinen Fall schaden. Und so ein paar Männer extra kann man immer gebrauchen.

Bis dahin

Eure

Bille

 

 

 

 

 

Fußball

Fußball….
eigentlich kann ich damit überhaupt nichts anfangen. Warum das starke Geschlecht es so toll findet, wenn 22 Männer hinter einem Ball herlaufen, wird mir wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Genauso warum für manche Spieler Unsummen bezahlt werden, ist das nicht Menschenhandel?
Egal … ich habe mir gestern doch echt so ein Spiel reingezogen. Also ich muss zugeben, so uninteressant war es gar nicht. Schon die Frisuren der Spieler waren einen Blick wert. Von Föhnfrisur bis flotte Zöpfe sah man alles und jede Haarpracht hielt. Egal ob sie stürzten, schwitzten oder Kopfbälle spielten. Die Frisur saß, wie bei der Drei Wetter Taft Werbung. Warum werden für diese Werbung immer Models genommen und nicht Fußballer?
Diese Frage konnten mir auch die Männer hier nicht beantworten; genauso wenig wie nach dem Outfit der Spieler. Ok, die Trikots gehen noch, aber könnten nicht auch die Fußballschuhe farblich abgestimmt werden? Also diese orangefarbenen Dinger, die man auf dem Spielplatz sieht passen doch wirklich nicht dazu. Und warum trägt der Torwart nicht dasselbe Outfit wie seine Mannschaftskameraden ? Woher soll man denn dann wissen, welches Tor zu welcher Mannschaft gehört?
Warum laufen die Jungs bei dem Wetter nur in kurzen Hosen rum? Da kommen doch bei uns Frauen gleich die Muttergefühle hoch und man will die armen Kerle gleich mal warm einpacken. Schließlich wollen wir ja nicht, dass sie sich erkälten. Aber wo wir gerade bei Muttergefühlen sind: Diese Rotzerei auf den Rasen muss wohl überhaupt nicht sein! Schließlich haben wir Mütter jahrelang darum gekämpft, unseren Jungs diese Unart abzugewöhnen.
Das Spiel selber habe ich nicht so richtig verstanden. Dieses hin und her Gerenne und dann immer das Gepfeife vom Schiedsrichter. Wie ich finde, manchmal ohne Sinn. Warum die Spieler den Ball auch immer zu dem Gegner schießen und nicht vorher mal schauen, wo ihre Leute stehen, konnte mir hier keiner erklären. Genauso wenig warum keine Talentsucher vom Ballett im Publikum sitzen. So viele tolle Tänzer habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Diese Männer sind einfach Supertalente. Wie die ihre Beine schmeißen und Spagat machen, dass soll mal jemand nachmachen. Aber auch Schauspieltalente gibt es da. Hier würde ich die Männer aber eher in Krimis sehen, denn deren Talent liegt eindeutig darin den Gegner zu verletzen und der Eine oder Andere gäbe bestimmt auch eine gute Leiche ab.
Leider habe ich meine Gedanken alle laut während des Spiels ausgeplaudert; das fanden meine Männer nicht so toll. Die haben tatsächlich gesagt ich bin schlimmer als der schlimmste Moderator und mich rausgeschmissen. Ich habe jetzt Wohnzimmerverbot, solange Fußball läuft. Schade eigentlich, ich fing gerade an mich mit dem Spiel anzufreunden. Aber wenn die nicht wollen, nicht schlimm es gibt noch andere Sportarten. Mein Mann schaut zum Beispiel immer Wrestling, obwohl kann man das Sport nennen? Auf jeden Fall haben die Wrestler die bunteren Outfits. Ich glaube ich werde mich das nächste Mal mit dazu setzen, schließlich soll man für alles offen sein und mein Mann wird sich bestimmt freuen.

Krank

Ich war letztes Wochenende krank, schlimm krank. Kennt ihr die Wick Medinait Werbung, die mit dem Mann der verzweifelt nach seiner Mama ruft? Genauso krank war ich auch und genauso wie er wurde ich einfach ins Schlafzimmer gesperrt.

Nur mit einer großen Tasse Kamillentee und den Worten, dann schlaf dich mal gesund. Das klappte bisher immer ganz gut, nur dieses mal nicht. Weil die Krankheit leider ein starkes Bedürfnis bei mir erweckte, dass ich nur auf der Toilette befriedigen konnte. Ach, nennen wir es doch einfach beim Namen, ich hatte Magen und Darm.

Jetzt saß ich quasi in zwei Welten fest. Die eine war das Schlafzimmer, die andere das Bad. Toll und in beiden war ich einsam und verlassen.

Lag ich im Schlafzimmer wurde nur die Tür geöffnet um zu fragen ob ich auch was essen möchte. Bei Verneinung wurde die Tür sofort wieder geschlossen. War ich im Badezimmer, lief die Sache so ähnlich ab. Nur dass hier noch nicht Mal die Tür geöffnet wurde. „Geht es dir schon besser? Nein? Willst du dann nicht lieber zum Arzt? Nein? Dann melde dich, wenn du was brauchst.“ Bevor ich überhaupt nachdenken konnte, ob ich eventuell doch noch einen letzten Wunsch hätte, war die liebe Familie schon wieder verschwunden.

Jetzt saß ich da. Alleine mit meinen Gedanken, mich in meinen Krämpfen windend, Verfluchungen oder Versprechungen vor mich hin murmelnd, je nachdem wie intensiv der Krampf war. Zum Arzt gehen, ein mühseliges Lachen kam über meine Lippen … diese Unwissenden. Hatten sie sich einmal überlegt, welche Gefahren auf dem Weg dorthin lauern konnten, so fern ab einer Toilette? Und falls ich es doch durch ein Wunder bis dahin schaffen sollte, wie sollte ich mich im Wartezimmer bei einem Notfall rechtzeitig durch die Gehhilfen kämpfen? Aber auch das könnte ich eventuell mit Gottes Hilfe schaffen. Aber spätestens wenn der Arzt den Bauch abtastet, wäre alles zu spät.

Diese Gedankenlosigkeit meiner Familie zeigte mir, dass anscheinend noch keiner von ihnen jemals in so einer misslichen Lage gesessen hatte.Jammern half aber jetzt nichts, ich musste die Sache einfach aussitzen und während ich hier so saß fielen mir so einige Sachen auf.

Warum sind eigentlich die Toilettenbrillen so hart? Wären da nicht mit Gel gefüllte Schläuche, die sich der Form des Popos anpassen besser? Warum zieht es aus dem Toilettenrohr? Mit der Zeit wird auch dieses sanfte Lüftchen unangenehm. Warum ist es so langweilig auf dem Klo?

Gut, man könnte jetzt Lesestoff mitnehmen, um die unangenehme Zeit gut zu nutzen, aber welchen? Etwa Kochrezepte? Sehr sinnvoll, dann könnte man gleich einen Essens Plan für den ganzen Monat machen. Das ist aber von näherem betrachtet doch etwas unangebracht, da einem ja schon schlecht ist. Liebesromane, das ginge eventuell. Aber stellt euch vor ihr seid gerade an dieser Stelle: Zärtlich berühren seine Hände ihre Brüste, ein lustvolles Stöhnen kommt über ihre Lippen… ja und bei dir ein Krampf. Nee, da geht doch alle Romantik und die Erotik gleich mit fliegen.

Ein Thriller wäre nicht schlecht. Voller Wut sticht er immer wieder das Messer in ihren Bauch, langsam ergoss sich ihr Blut über ihr schneeweißes Leibchen … ja das kann man nehmen. Da fühlt man direkt mit dem Opfer mit. Man muss nur aufpassen, dass man nicht wie das Opfer anfängt zu schreien, dann kommt meine Familie wieder mit der Arztschiene.

Man könnte auch das Handy mitnehmen und mit Freunden schreiben. Ist ja dank neuester Technik heute alles möglich. Aber wer will das? „Hallo Martina, schon lange nichts mehr von dir gehört, wie geht es dir? Mir im Moment nicht so gut, sitze auf dem Klo.“ Nee, das muss auch nicht sein.

Also mir fällt im Moment wirklich keine vernünftige Beschäftigung auf dem Klo ein, euch?

Egal, 2,5 Kilos habe ich an diesem Wochenende abgenommen und das finde ich, ist das Wenigste für das Elend was ich mitgemacht habe.

Bleibt alle gesund.
Eure Bille

Wechseljahre 2

Jetzt bin ich wirklich mal ganz tief in mich gegangen und habe überlegt, welche Vorteile die Wechseljahre so haben. Ich gebe zu, im ersten Moment fiel mir wirklich nichts ein, aber je länger ich überlegte, umso mehr ist mir eingefallen.
Da wären die ungeliebten Hitzewellen… also die haben eindeutig einige Vorteile: Unsere Heizkosten sind zum Beispiel gesunken und ich brauche auch nicht mehr so viel Zeit im Bad. Denn schminken ist unnötig, verläuft ja sowieso bei der nächsten Welle. Alle, die jetzt schreien: Was ist das nur für ein Vorteil, davon geht doch nur die Kosmetikindustrie kaputt …. lasst euch getrost sagen, ihr braucht keine Angst zu haben. Das was ich an Schminke spare, gebe ich an Duschgels, Deos und Cremes wieder aus. Wobei ich mit Cremes, seitdem mir eine während einer Hitzewelle ins Auge lief, vorsichtiger geworden bin. Leider war das vor der Halloweenzeit, mein feuerrotes Auge hätte eigentlich toll gepasst. Aber wofür brauchen wir diese Cremes die angeblich die Haut verjüngen? So eine heiße Welle durchblutet die Haut doch perfekt und ist es nicht herrlich, wie ein junges Mädchen noch mal zu erröten?
Einen ganz großen Vorteil der Hitzewelle darf man auf keinen Fall vergessen und das wäre der neu gewonnene Platz im Bett.
Bisher lag ein Hund in meinen Kniekehlen, einer an meinem Bauch und der Kater um meinen Hals. Aus und vorbei. Alle drei verließen mich stillschweigend, um sich in das andere Bett zu verdrücken, woraufhin mein lieber Gatte ab da ebenfalls nachts an Hitzewallungen leidet. Also nachts zweimal Heizung gespart.
Schlaflosigkeit ist auch noch so ein Thema, aber das habe ich jetzt ganz gut im Griff. Anfänglich habe ich noch über mein Leben nachgedacht. Das war aber ein großer Fehler, denn je nach Stimmung musste ich laut lachen oder weinen. Das weckte meinen Mann der den Fehler machte, mich zu fragen was denn los sei und schon hatten wir die besten Diskussionen und keiner von uns Schlaf. Deshalb habe ich mir angewöhnt Listen in meinem Kopf zu machen, Listen für’s einkaufen, putzen, kochen, to do Listen, Listen was ich noch tun will, Listen für das, was ich auf keinen Fall will. Das könnte ich jetzt endlos fortführen aber ich will nicht, dass jemand noch einschläft und die meisten habe ich eh vergessen oder verworfen.
Man merkt meistens gleich am nächsten Morgen, dass man doch keine Superfrau ist oder einfach zu müde, um diese Listen abzuarbeiten.
Was gibt es noch für Vorteile an den Wechseljahren? Hm, da wären noch die Stimmungsschwankungen. Also die sind klasse, ich streite wegen ihnen gar nicht mehr so oft. Nicht das ich es nicht wollte aber es ist mir einfach zu blöd, wenn ich mitten in einem lebendigen Streitgespräch zu heulen anfange. Erst schaut dich dein Gegenüber irritiert an und dann merkst du, wie es in seinem Kopf klick macht und er denkt, er hat fast gewonnen. Und du kannst nichts machen, weil in einer Tour die Tränen und die Nase laufen. Das macht mich so wütend, dass ich immer mehr heule, anstatt aufzuhören. Deshalb habe ich beschlossen, mich nur noch im äußersten Notfall in solche Situationen zu begeben, was meine Familie natürlich freut. Die behandelt mich sowieso wie ein rohes Ei. Warten ab welche Stimmung ich habe. Denn man weiß ja nie, ob ich gerade in einer heulenden, motzigen oder lachenden Phase bin. Was das für ein Vorteil sein soll? Na, für die keiner, aber ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie schnell alle hier gelernt haben ihre Lieblingssachen selber zu bügeln oder sich ein Spiegelei zu braten. Da wird vorher ganz genau überlegt, ob es das Risiko wert ist, dafür Mama zu fragen.
Ach ich könnte noch endlos mit den Vorteilen weiter machen, wie zum Beispiel: Man braucht keine Diät mehr, die Kilos finden einen so oder so. Oder man kann alte Filme noch mal ganz neu ansehen, weil man erst am Ende merkt, dass man ihn schon kennt.
Aber ich höre jetzt lieber auf, sonst machen wir die jungen Dinger und natürlich die Männer unter uns nur neidisch.
Eure Bille

Wechseljahre

Wechseljahre! War für mich immer ein Begriff, mit dem nur ältere Frauen etwas mit anfangen konnten. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass ich mit 48 Jahren da mal rein komme und wenn überhaupt, habe ich mir gedacht, würde ich mit dieser Sache ratz fatz fertig werden. Hitzewallungen mein Gott kein Problem, ich friere so wieso immer, dann wäre mir wenigstens einmal warm.

Launisch? Kann ein so ausgeglichener Mensch wie ich, ich ignorierte hier bewusst die leichten bis direkten Hinweise meiner Familie, die das Gegenteil behaupten, überhaupt launisch sein? Also meiner Meinung nach nicht und die Anderen wurden nicht gefragt.

So lebte ich glücklich und zufrieden mein Leben, bis ja bis eines Tages die erste Hitzewelle kam. Leise unauffällig kroch sie in mir hoch, ich war gerade mit meiner Tochter auf Shopping Tour, als sie mich heiß erwischte. Man war ich froh, dass in diesem Moment Isabell in der Umkleidekabine saß und nicht ich, in diesem kleinen Ding wäre ich verrückt geworden aber auch so reichte es schon Beklemmungen zu bekommen. Der Schweiß lief mir nur so herunter, meine Kleidung klebte an meinen Körper und ich hatte das Gefühl, jeder starrt mich an, weil ich schon dampfte. Wenn ich angefangen hätte, wie ein Teekessel zu pfeifen, hätte mich das nicht gewundert. Mit feuerrotem Kopf verließ ich so schnell wie möglich den Laden.

Draußen schob ich die ganze Sache natürlich auf das Wetter und der schlechten Luft. Für meine Schlafstörungen und nennen wir es mal wechselhaften Stimmungen hatte ich bisher auch immer eine Entschuldigung parat, mal war es der Stress, mal die unmöglichen Menschen um mich herum.

Mit der Zeit bemerkte ich aber, dass diese blöden Hitzewallungen immer öfters kamen und das zu den schlechtesten Momenten. Besonders gerne kamen sie auf meinen Spaziergängen, ich hatte mich dafür schön warm eingepackt, Mütze auf, warme Jacke mit hohem Kragen an und natürlich durften warme Schuhe nicht fehlen. So stiefelte ich dann mal los, glücklich die frische Luft genießend lief ich bestimmt dann schon eine halbe Stunde, als die Hitze mich übermannte, erst ließ sie mein Gesicht brennen. Bevor sie dann in Richtung Achselhöhlen weiter kroch, auf den Weg dorthin hinterließ sie eine Spur der Nässe. Meine Klamotten vorher noch weit und angenehm zu tragen wurden immer enger und enger. Ich hatte das Gefühl ich würde in meinem eigenen Saft braten. In Panik riss ich mir sofort die Mütze von dem Kopf und öffnete meine Jacke, ach tat der kühle Luftzug gut, wie ein kühler Liebhaber strich er mir durch das Gesicht, sanft flüsterte er mir ins Ohr, halt ich glaube, jetzt ging meine Fantasie mit mir durch, es war einfach nur sehr angenehm. Leider bekam ich die Rechnung für meine Freizügigkeit ein paar Tage später präsentiert mit einer dicken Grippe. Also beschloss ich, das nächste Mal einfach die Sache auszuschwitzen.

Wie peinlich so eine Hitzewelle sein kann, erfuhr ich bei meinem nächsten Arztbesuch. Wartesaal brechend voll, nur noch ein Platz nehmen einen sehr, sagen wir mal, nett gebauten jungen Mann frei. Also ich habe wirklich schon schlechter gesessen.

Wie ein junges Mädchen mit meinem schönsten lächeln, versuchte ich mich bestmöglich auf den Stuhl zu platzieren, was wirklich nicht leicht war, weil ich wegen einem Hexenschuss den Arzttermin hatte. Das, das schief ging, kann sich jeder denken, anstatt langsam und vorsichtig mich hinzusetzen, nahm ich viel zu viel Schwung und wäre fast mit dem Stuhl umgekippt, wenn nicht der junge Mann ihn nicht an der Lehne festgehalten hätte. Dankbar drehte ich mich zu ihm um und flüsterte ihm ein verlegendes danke zu, als auch schon die Hitze in mir aufstieg. Ich spürte förmlich, wie sie den Hals hochkroch, mein Gesicht überflutete und es in eine Tomate verwandelte, ich bekam kaum Luft und nestelte deshalb an meinen oberen Knöpfen meiner Bluse herum etwas Luft zu bekommen. Verlegen grinste ich den jungen Mann an, der wirkte aber plötzlich ziemlich verstört und nahm sofort seinen Arm von der Lehne und rückte ein ganzes Stück weiter von mir ab, ja so weit das die etwas Komponente Dame auf seiner anderen Seite schon selig zu grinsen anfing.

Man war mir das peinlich, anscheinend hatte der junge Mann doch tatsächlich angenommen, ich wäre eine in die Jahre gekommene lüsterne Dame, die in gleich vernaschen will.

Aus lauter Verlegenheit glühte mein Kopf die ganze restliche Wartezeit weiter, ich weiß gar nicht wer erleichterte war, als der junge Mann endlich aufgerufen wurde, er oder ich. Gott sei Dank, schien keiner der anderen Wartenden, das mitbekommen zuhaben, dachte ich wenigstens. Leider wurde ich, als ich an der Anmeldung auf mein Rezept wartete, eines besseren belehrt. Ein etwas älterer Herr hatte wohl alles mitbekommen und wohl auch einen falschen Eindruck bekommen, denn bevor er die Arztpraxis verließ, steckte er mir, mit den Worten, auch das Alter hat seine Würze, seine Handynummer zu.

Dass ich darauf hin wieder einen roten Kopf bekam, brauche ich wohl nicht zu erwähnen und das ich jetzt lieber stehen bleibe, wenn nur ein Platz neben einen Mann frei ist auch nicht.

Und falls das ein Mann mal lesen sollte:

Liebe Männer, wenn ihr eine reifere Frau mit einem roten Kopf seht, die sich hastig entblößt, liegt das in den seltensten Fällen an euch sondern eher an den Wechseljahren.

 

Wechseljahre! War für mich immer ein Begriff, mit dem nur ältere Frauen etwas mit anfangen konnten. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass ich mit 48 Jahren da mal rein komme und wenn überhaupt, habe ich mir gedacht, würde ich mit dieser Sache ratz fatz fertig werden. Hitzewallungen mein Gott kein Problem, ich friere so wieso immer, dann wäre mir wenigstens einmal warm.

Launisch? Kann ein so ausgeglichener Mensch wie ich, ich ignorierte hier bewusst die leichten bis direkten Hinweise meiner Familie, die das Gegenteil behaupten, überhaupt launisch sein? Also meiner Meinung nach nicht und die Anderen wurden nicht gefragt.

So lebte ich glücklich und zufrieden mein Leben, bis ja bis eines Tages die erste Hitzewelle kam. Leise unauffällig kroch sie in mir hoch, ich war gerade mit meiner Tochter auf Shopping Tour, als sie mich heiß erwischte. Man war ich froh, dass in diesem Moment Isabell in der Umkleidekabine saß und nicht ich, in diesem kleinen Ding wäre ich verrückt geworden aber auch so reichte es schon Beklemmungen zu bekommen. Der Schweiß lief mir nur so herunter, meine Kleidung klebte an meinen Körper und ich hatte das Gefühl, jeder starrt mich an, weil ich schon dampfte. Wenn ich angefangen hätte, wie ein Teekessel zu pfeifen, hätte mich das nicht gewundert. Mit feuerrotem Kopf verließ ich so schnell wie möglich den Laden.

Draußen schob ich die ganze Sache natürlich auf das Wetter und der schlechten Luft. Für meine Schlafstörungen und nennen wir es mal wechselhaften Stimmungen hatte ich bisher auch immer eine Entschuldigung parat, mal war es der Stress, mal die unmöglichen Menschen um mich herum.

Mit der Zeit bemerkte ich aber, dass diese blöden Hitzewallungen immer öfters kamen und das zu den schlechtesten Momenten. Besonders gerne kamen sie auf meinen Spaziergängen, ich hatte mich dafür schön warm eingepackt, Mütze auf, warme Jacke mit hohem Kragen an und natürlich durften warme Schuhe nicht fehlen. So stiefelte ich dann mal los, glücklich die frische Luft genießend lief ich bestimmt dann schon eine halbe Stunde, als die Hitze mich übermannte, erst ließ sie mein Gesicht brennen. Bevor sie dann in Richtung Achselhöhlen weiter kroch, auf den Weg dorthin hinterließ sie eine Spur der Nässe. Meine Klamotten vorher noch weit und angenehm zu tragen wurden immer enger und enger. Ich hatte das Gefühl ich würde in meinem eigenen Saft braten. In Panik riss ich mir sofort die Mütze von dem Kopf und öffnete meine Jacke, ach tat der kühle Luftzug gut, wie ein kühler Liebhaber strich er mir durch das Gesicht, sanft flüsterte er mir ins Ohr, halt ich glaube, jetzt ging meine Fantasie mit mir durch, es war einfach nur sehr angenehm. Leider bekam ich die Rechnung für meine Freizügigkeit ein paar Tage später präsentiert mit einer dicken Grippe. Also beschloss ich, das nächste Mal einfach die Sache auszuschwitzen.

Wie peinlich so eine Hitzewelle sein kann, erfuhr ich bei meinem nächsten Arztbesuch. Wartesaal brechend voll, nur noch ein Platz nehmen einen sehr, sagen wir mal, nett gebauten jungen Mann frei. Also ich habe wirklich schon schlechter gesessen.

Wie ein junges Mädchen mit meinem schönsten lächeln, versuchte ich mich bestmöglich auf den Stuhl zu platzieren, was wirklich nicht leicht war, weil ich wegen einem Hexenschuss den Arzttermin hatte. Das, das schief ging, kann sich jeder denken, anstatt langsam und vorsichtig mich hinzusetzen, nahm ich viel zu viel Schwung und wäre fast mit dem Stuhl umgekippt, wenn nicht der junge Mann ihn nicht an der Lehne festgehalten hätte. Dankbar drehte ich mich zu ihm um und flüsterte ihm ein verlegendes danke zu, als auch schon die Hitze in mir aufstieg. Ich spürte förmlich, wie sie den Hals hochkroch, mein Gesicht überflutete und es in eine Tomate verwandelte, ich bekam kaum Luft und nestelte deshalb an meinen oberen Knöpfen meiner Bluse herum etwas Luft zu bekommen. Verlegen grinste ich den jungen Mann an, der wirkte aber plötzlich ziemlich verstört und nahm sofort seinen Arm von der Lehne und rückte ein ganzes Stück weiter von mir ab, ja so weit das die etwas Komponente Dame auf seiner anderen Seite schon selig zu grinsen anfing.

Man war mir das peinlich, anscheinend hatte der junge Mann doch tatsächlich angenommen, ich wäre eine in die Jahre gekommene lüsterne Dame, die in gleich vernaschen will.

Aus lauter Verlegenheit glühte mein Kopf die ganze restliche Wartezeit weiter, ich weiß gar nicht wer erleichterte war, als der junge Mann endlich aufgerufen wurde, er oder ich. Gott sei Dank, schien keiner der anderen Wartenden, das mitbekommen zuhaben, dachte ich wenigstens. Leider wurde ich, als ich an der Anmeldung auf mein Rezept wartete, eines besseren belehrt. Ein etwas älterer Herr hatte wohl alles mitbekommen und wohl auch einen falschen Eindruck bekommen, denn bevor er die Arztpraxis verließ, steckte er mir, mit den Worten, auch das Alter hat seine Würze, seine Handynummer zu.

Dass ich darauf hin wieder einen roten Kopf bekam, brauche ich wohl nicht zu erwähnen und das ich jetzt lieber stehen bleibe, wenn nur ein Platz neben einen Mann frei ist auch nicht.

Und falls das ein Mann mal lesen sollte:

Liebe Männer, wenn ihr eine reifere Frau mit einem roten Kopf seht, die sich hastig entblößt, liegt das in den seltensten Fällen an euch sondern eher an den Wechseljahren.

 

Wechseljahre! War für mich immer ein Begriff, mit dem nur ältere Frauen etwas mit anfangen konnten. Nie wäre ich auf den Gedanken gekommen, dass ich mit 48 Jahren da mal rein komme und wenn überhaupt, habe ich mir gedacht, würde ich mit dieser Sache ratz fatz fertig werden. Hitzewallungen mein Gott kein Problem, ich friere so wieso immer, dann wäre mir wenigstens einmal warm.
Launisch? Kann ein so ausgeglichener Mensch wie ich, ich ignorierte hier bewusst die leichten bis direkten Hinweise meiner Familie, die das Gegenteil behaupten, überhaupt launisch sein? Also meiner Meinung nach nicht und die Anderen wurden nicht gefragt.
So lebte ich glücklich und zufrieden mein Leben, bis ja bis eines Tages die erste Hitzewelle kam. Leise unauffällig kroch sie in mir hoch, ich war gerade mit meiner Tochter auf Shopping Tour, als sie mich heiß erwischte. Man war ich froh, dass in diesem Moment Isabell in der Umkleidekabine saß und nicht ich, in diesem kleinen Ding wäre ich verrückt geworden aber auch so reichte es schon Beklemmungen zu bekommen. Der Schweiß lief mir nur so herunter, meine Kleidung klebte an meinen Körper und ich hatte das Gefühl, jeder starrt mich an, weil ich schon dampfte. Wenn ich angefangen hätte, wie ein Teekessel zu pfeifen, hätte mich das nicht gewundert. Mit feuerrotem Kopf verließ ich so schnell wie möglich den Laden.
Draußen schob ich die ganze Sache natürlich auf das Wetter und der schlechten Luft. Für meine Schlafstörungen und nennen wir es mal wechselhaften Stimmungen hatte ich bisher auch immer eine Entschuldigung parat, mal war es der Stress, mal die unmöglichen Menschen um mich herum.
Mit der Zeit bemerkte ich aber, dass diese blöden Hitzewallungen immer öfters kamen und das zu den schlechtesten Momenten. Besonders gerne kamen sie auf meinen Spaziergängen, ich hatte mich dafür schön warm eingepackt, Mütze auf, warme Jacke mit hohem Kragen an und natürlich durften warme Schuhe nicht fehlen. So stiefelte ich dann mal los, glücklich die frische Luft genießend lief ich bestimmt dann schon eine halbe Stunde, als die Hitze mich übermannte, erst ließ sie mein Gesicht brennen. Bevor sie dann in Richtung Achselhöhlen weiter kroch, auf den Weg dorthin hinterließ sie eine Spur der Nässe. Meine Klamotten vorher noch weit und angenehm zu tragen wurden immer enger und enger. Ich hatte das Gefühl ich würde in meinem eigenen Saft braten. In Panik riss ich mir sofort die Mütze von dem Kopf und öffnete meine Jacke, ach tat der kühle Luftzug gut, wie ein kühler Liebhaber strich er mir durch das Gesicht, sanft flüsterte er mir ins Ohr, halt ich glaube, jetzt ging meine Fantasie mit mir durch, es war einfach nur sehr angenehm. Leider bekam ich die Rechnung für meine Freizügigkeit ein paar Tage später präsentiert mit einer dicken Grippe. Also beschloss ich, das nächste Mal einfach die Sache auszuschwitzen.
Wie peinlich so eine Hitzewelle sein kann, erfuhr ich bei meinem nächsten Arztbesuch. Wartesaal brechend voll, nur noch ein Platz nehmen einen sehr, sagen wir mal, nett gebauten jungen Mann frei. Also ich habe wirklich schon schlechter gesessen.
Wie ein junges Mädchen mit meinem schönsten lächeln, versuchte ich mich bestmöglich auf den Stuhl zu platzieren, was wirklich nicht leicht war, weil ich wegen einem Hexenschuss den Arzttermin hatte. Das, das schief ging, kann sich jeder denken, anstatt langsam und vorsichtig mich hinzusetzen, nahm ich viel zu viel Schwung und wäre fast mit dem Stuhl umgekippt, wenn nicht der junge Mann ihn nicht an der Lehne festgehalten hätte. Dankbar drehte ich mich zu ihm um und flüsterte ihm ein verlegendes danke zu, als auch schon die Hitze in mir aufstieg. Ich spürte förmlich, wie sie den Hals hochkroch, mein Gesicht überflutete und es in eine Tomate verwandelte, ich bekam kaum Luft und nestelte deshalb an meinen oberen Knöpfen meiner Bluse herum etwas Luft zu bekommen. Verlegen grinste ich den jungen Mann an, der wirkte aber plötzlich ziemlich verstört und nahm sofort seinen Arm von der Lehne und rückte ein ganzes Stück weiter von mir ab, ja so weit das die etwas Komponente Dame auf seiner anderen Seite schon selig zu grinsen anfing.
Man war mir das peinlich, anscheinend hatte der junge Mann doch tatsächlich angenommen, ich wäre eine in die Jahre gekommene lüsterne Dame, die in gleich vernaschen will.
Aus lauter Verlegenheit glühte mein Kopf die ganze restliche Wartezeit weiter, ich weiß gar nicht wer erleichterte war, als der junge Mann endlich aufgerufen wurde, er oder ich. Gott sei Dank, schien keiner der anderen Wartenden, das mitbekommen zuhaben, dachte ich wenigstens. Leider wurde ich, als ich an der Anmeldung auf mein Rezept wartete, eines besseren belehrt. Ein etwas älterer Herr hatte wohl alles mitbekommen und wohl auch einen falschen Eindruck bekommen, denn bevor er die Arztpraxis verließ, steckte er mir, mit den Worten, auch das Alter hat seine Würze, seine Handynummer zu.
Dass ich darauf hin wieder einen roten Kopf bekam, brauche ich wohl nicht zu erwähnen und das ich jetzt lieber stehen bleibe, wenn nur ein Platz neben einen Mann frei ist auch nicht.
Und falls das ein Mann mal lesen sollte:
Liebe Männer, wenn ihr eine reifere Frau mit einem roten Kopf seht, die sich hastig entblößt, liegt das in den seltensten Fällen an euch sondern eher an den Wechseljahren.

Muttertag

Irgendetwas scheint hier in der Luft zu liegen. Isabell flüstert immer mit ihrem Bruder, und wenn Bille ins Zimmer kommt, ist auf einmal stille. Auch Bille scheint über irgendetwas nachzudenken.

Heute habe ich endlich was aufgeschnappt ,,Muttertag“ aber was ist das denn? Gut, dass ich die Laurie habe, die hat schließlich schon einige Muttertage mitgemacht. Die hat es mir dann mal erklärt:

Also, das soll ein Tag sein, an dem die Mütter geehrt werden. Kinder beschenken dann ihre Mütter. Ok, aber das verstehe ich doch schon was nicht. Warum bekommen denn die Mütter die Geschenke? Sollten nicht eher die Kinder eins bekommen? Denn ohne Kinder wären sie doch keine Mütter, oder? Und warum gibt es überhaupt nur an diesem Tag Geschenke? Mütter kochen, putzen und waschen doch auch jeden Tag. Also bei uns Hunden läuft das ja ganz anders, meine Mama zum Beispiel war froh uns endlich los zu sein und sie möchte auch nicht mehr so gerne was mit meinen Schwestern und mir zu tun haben. Verstehe ich zwar nicht, denn welche Mutter wäre nicht stolz auf so bezaubernde Mädchen, wie wir es sind, jeden Falls bin ich bezaubernd, meine Schwestern sind meiner Meinung nach nicht ganz so toll.

Egal, wir haben ja unsere Ersatzmamas und die wollen uns. Eigentlich müssten die dann ein Geschenk von uns bekommen, oder wir von ihnen? Mal ehrlich wir hätten doch wirklich ein Geschenk verdient, wir Hunde machen doch fast gar keine Arbeit, meckern nie über das Essen, Brauchen nicht jeden Tag frische Wäsche, sind immer gut gelaunt und fröhlich.

Aber ich bin ja auch froh, dass ich Bille und Isabell habe deshalb werde ich den Beiden wohl auch was schenken. Nur was? Das wird jetzt schwierig, ich wollte ihnen ja was aus einer Toilettenpapierrolle basteln aber irgendwie klappte das nicht, egal was ich machte es kam nur ein paar Fetzen raus. Vielleicht hätte ich die Isabell noch als Kunst verkaufen können, die freut sich nämlich über fast alles, was ich ihr bringe aber Bille war schneller. Ruck zuck hatte sie die Fetzen weggeschmissen. Also stehe ich wieder da, ob ich den beiden ein paar Blumen pflücke? Nee, geht auch nicht, sobald ich mich den Blumenkästen nähere schreit Christof, der stellt sich an, nur weil ich mal ein bisschen darin herumgewühlt habe. Hm, ob ich denen mal wieder einen Knochen im Bett lege? Habe ich schon mal bei Isabell gemacht aber die war nicht gerade begeistert, dabei war das so ein toller durchgekauter, an dem sogar noch etwas Fleisch dran war. Ich hatte ihn ein paar Tage vorher in Garten vergraben und er hatte gerade genau das richtige Aroma, er fing gerade an etwas gammelig zu werden, die Feinschmecker unter euch wird jetzt bestimmt das Wasser im Munde zusammenlaufen. Aber ihr glaubt gar nicht, was Isabell für ein Theater gemacht hat, ekelig fand sie es und den guten Knochen hat sie auch einfach weggeschmissen.

Ich denke, ich werde einfach ein paar leckere Küsschen verteilen, schließlich sind meine Schlabberküsschen immer was Besonderes. Ihr müsstet mal hören wie die Beiden immer vor Begeisterung kreischen, besonders wenn ich vorher mal ein kleines bisschen im Katzenklo geschnüffelt habe. Also bekommen sie am Muttertag besonders viele und ein paar Schmuseeinheiten, das reicht wohl. Ich hoffe nur, dass sie nicht auch die Leckerchen für mich vergessen, denn ihr wisst ja, ohne mich wären sie nichts.

 

Eure Emy

Emy und das Abi

Oh man, was hab ich für einen Stress. Wir lernen nämlich gerade für unsere Abiprüfung. Na ja, eigentlich lernt mein Frauchen Isabell dafür aber ich unterstütze sie natürlich so gut, wie ich kann. Das ist gar nicht mal so einfach, stundenlang muss ich ruhig neben Isabell auf dem Sofa liegen und mir ihr Geplapper anhören. Langweilig!

Angefangen hat sie mit Englisch, das ging ja noch einiger maßen, bei ihrem gleichbleibendem Gemurmel konnte ich eigentlich ganz gut zu schlafen und falls ich mal ins Ausland gehe kann ich wenigsten schon  Where’s the kitchen? Oder Where are the Leckerchen? Mehr braucht man ja eigentlich nicht, oder?

Dann kam Deutsch, also bei der Epoche des Sturm und Drangs wurde Isabells Stimme auch schnell immer leiser und irgendwann hörte man sie nur noch leise schnarchen.

Dagegen war Mathe die Hölle, ewig ihr Gestöhne und verzweifelte Seufzer, ich hatte richtig Mittleid mit ihr. Dabei ist Mathe das Einfachste auf der Welt:

1 Knochen+ 1 Knochen = eindeutig zu wenige für mich fertig. Den Rest kann man doch vergessen.

Latein, ja was soll ich dazu sagen? Verstanden habe ich nichts und langweilig war es auch, da bin ich lieber fernseh schauen gegangen, das war eindeutig spannender.

Aber jetzt haben wir erst mal eine Pause, bis das ganze Theater wieder losgeht mündliche Prüfung. Mir grault es jetzt schon davor.

Hoffentlich besteht sie wenigstens, damit wir das nicht alles noch mal durchleben müssen. Deshalb meine bitte:

Drückt alles, was ihr habt, ich halte das nicht noch mal aus.

Eure

Emy

 

Fritzi und ich

Huhu, ich bin es mal wieder. Diesmal möchte ich euch aber nicht von meiner Diät erzählen, nein diesmal will euch mal erzählen, wie ungerecht es hier ist.

Von den dicken Kater Fritzi habt ihr ja schon gehört, oder? Der Kerl macht sich hier immer breiter. Erst kam er ja nur ab und zu hier rein, schaute sich einen Moment um, um dann schnell wieder nach draußen zu rennen. Dann fing er an hier zu fressen, na ja da habe ich mir noch nicht viel dabei gedacht, erst als Christof extra für ihn Sprühsahne gekauft hatte, und zwar nicht die Diät die er für Bille holt, sondern die richtige leckere, wurde mir die Sache echt unheimlich.

Also beschloss ich den Kerl mal lieber zu beobachten, sicher, ist sicher und das war nicht einfach denn zwischendurch verschwand der Kater einfach. Es dauerte aber nicht lange und ich hatte diesen Trick von Fritzi durchschaut. Dieser Kater stellt sich einfach vor unsere Dielentür und maute so lange, bis jemand ihn raus lässt und andersrum scheint es genauso zu funktionieren. Seine eigene Katzenklappe hat er ja schon lange in der Haustür, ich gebe ja zu, dass diese oft von uns Hunden als Fenster genutzt wird und wer weiß nach unserer Diät passen wir da vielleicht auch durch.

Aufmerksame Leser werden hier schon die beiden ersten Ungerechtigkeiten aufgefallen sein. Genau die Erste ist, dass wir Hunde keine Sahne bekommen, noch nicht mal die Diätsahne, der kleine Spritzer auf meiner Nase von früher gilt nicht. Zweitens der Kater braucht nur mauen und schon werden ihm die Türen geöffnet, wir Hunde dürfen nur mit einem Familienmitglied raus.

Aber das ist natürlich noch lange nicht alles. Dieser Kater wird von Tag zu Tag immer frecher, am Anfang hatte er ja wenigstens noch Respekt vor uns aber auch das war schnell vorbei. Stattdessen machte er sich auf unserem Sofa breit und läuft wie wir Bille hinterher, sogar ins Badezimmer. Hallo, das ist unser Lieblingsplatz, hier kann Bille, einmal auf diesem komischen Ding sitzend nicht mehr so schnell weg, hier bekommen wir Hunde unsere extra Streicheleinheiten. Und dieser dicke Kater kommt einfach hinter uns her und fordert auch seine Streicheleinheiten, sagt selber das geht doch wirklich zu weit, oder?

Ich habe ja versucht mich gegen diese Ungerechtigkeiten zu wehren, angekläfft habe ich ihn und was hat der Kater gemacht? Ist er weggerannt? Nein, im Gegenteil der ist doch tatsächlich auf uns Hunde zugegangen und hat uns alle der Reihe nach eine Ohrfeige gegeben. Na ja ich gestehe es ja ungern aber wir haben alle Fersengeld gegeben, sogar Leila hockte zitternd unter dem Tisch. Die erste Zeit haben wir dann lieber um Fritzi einen riesen großen Bogen gemacht. So was Gemeines kennen wir hier nämlich nicht.

Jetzt sagen bestimmt einige von euch: ach Emy, das ist doch gar nicht so schlimm. Aber ihr nichts Ahnende, es kommt noch schlimmer.

Jeden Abend spielt sich hier dasselbe ab. Die Vögel, die im Wohnzimmer stehen, werden vor jedem Fernsehabend in die Diele geschoben, weil sie sonst zu laut sind und vor dem Zubettgehen, werden sie wieder ins Wohnzimmer gebracht und die Käfigtür geöffnet, damit sie am nächsten Morgen fliegen können. So ein Aufstand ist doch gar nicht nötig, da sind wir Hunde und Katzen uns einig, wir würden das Problem ratz fatz lösen aber wir dürfen ja nicht. Na ja, aus diesem Grund werden wir ja alle abends aus dem Wohnzimmer geschmissen. Nur Fritzi nicht, der bekommt extra den Sessel den Christof Weihnachten geschenkt bekommen hat, in die Diele getragen. Dann wird der dicke Kater von ihm höchstpersönlich genau in diesen Sessel getragen.

Jetzt seid ihr platt, oder? Damit hättet ihr wohl nie gerechnet. Es ist aber eine Tatsache und jetzt kommt mir nicht mit Emy du könntest doch auch in dem Sessel schlafen. Nein kann ich nicht, warum auch immer scheint mein Pop eine wahnsinnige Erdanziehungskraft zu haben und lässt sich nicht so einfach vom Boden lösen. Ja, ja die Welt ist einfach nur ungerecht und ungerecht ist auch, dass dem Kater noch nicht mal der Sessel reicht, nein zwischendurch liegt er sogar in unsere Körbchen. Und Bille? Rettet die uns? Nein, die lacht auch noch.

So und jetzt sehe ich mal zu, dass ich wenigstens einen kleinen Platz auf dem Sofa bekomme.

Besuch

Ihr fasst es nicht, stellt euch vor wir hatten mal wieder Besuch. Ja ihr lest richtig, es haben sich doch tatsächlich mal wieder Mensche hierhin getraut. Verwandtschaft hat Bille gesagt, naja das erklärt natürlich einiges.

Mir ist es ja egal ob wir Besuch haben oder nicht aber die Mädels hier, die flippen ja völlig aus. Die tun ja so, als ob sie noch nie Menschen gesehen hätten. Besonders unsere Emy, die Gagalady, die konnte sich gar nicht mehr beruhigen. Mal ganz ehrlich, ich weiß gar nicht, warum die so ein Theater macht. Meint die etwa sie, würde mitgenommen? Da kann ich ja nur lachen, wer will denn schon so eine Ziege? Wenn jemand überhaupt Angst haben müsste, bin ich es, Finn, ich müsste doch hier zittern, schließlich will jeder so einen tollen Kater wie mich haben.

Aber da mach ich mir gar kein Kopf, denn Bille würde uns doch nie abgeben. Obwohl, ich könnte doch eigentlich mal Emy so einen kleinen Taps auf ihren Hintern geben. Nur so einen winzig Kleinen, gerade so stark, dass sie vor Schreck aus der Haustür springt, dann brauche ich sie ja nur noch hinter ihr zuschlagen, schon ist sie weg.

Na ja, träumen darf man ja mal. Auf jeden Fall hatten die Menschen wohl spaß, nach deren Lachen zu urteilen. Und die Mädels, die haben sich rangeschmissen ohne Ende. Richtig geschleimt haben sie, peinlich war das, sage ich euch. Ob das jetzt an Ela und Nadine lag oder an den Kuchen, der auf dem Tisch stand, kann ich nicht sagen. Ich habe ja nur immer Stippvisiten gemacht, wollte nicht die ganze Zeit bei den Weibern sitzen, das Verstehen die Männer unter euch doch wohl, oder?

Gerade als ich dacht die Mädels hätten sich endlich beruhigt, packte Ela plötzlich Leckerchen aus. Das hättet ihr Mal erleben müssen, die Damen haben ja so getan, als ob sie verhungert wären und das nur, weil sie ein kleines bisschen auf Diät sind. O.k, die Portionen sehen etwas mickrig aus aber deren Hintern sehen umso größer aus. Sogar Emy hat bei der Aussicht, auf was Leckeres ganz vergessen, dass sie gaga ist und sich ihr Teil abgeholt. Bille hat zwar versucht die Leckerchen zu zählen, damit sie, sie später vom Futter abziehen kann, aber das ist ihr nicht ganz gelungen.

Aber mir liebe Ela! Und wenn du nicht das nächste Mal auch mir was mitbringst, petze ich das Bille und dann müssen die armen Hunde drei Tage hungern und Kuki die du so toll fandest kannst du auch gleich mitnehmen, dann habe ich wenigstens mehr Platz im Bett.

Also ich freue mich auf euren nächsten Besuch und falls, ihr anderen mich mal besuchen möchtet, ich mag so gerne diese Katzenstangen.

Bis dahin euer Finn